Die Entstehungsgeschichte - so fing alles an
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Vorwort, Gründungsversammlung (1948) und Chronik der CGB

Zum erstenmal nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahre 1947 gab es wieder carnevalistische Veranstaltungen in Beerfelden. Es waren Menschen, denen um die Fastnachtszeit das alte närrische Herz keine Ruhe ließ. Angehörige der Sportabteilung des Kultur- und Sportkartell Beerfelden verbanden sich mit ihnen, um für das, was man für den neuen Anfang bot und bieten konnte verantwortlich zu zeichnen.

Alte Narrhallesen fanden sich zu einem Elferrat, der sich unter der Glocke des Präsidenten Gottlieb Ihrig wie folgt zusammen setzte: Hans Beßler, Georg Brohm, Hartje Christoph, Ludwig Hotz, Friedel Jung, Karl Kumpf, Dr. Wilhelm Maurer, Otto Mogk, Wilhelm Schmucker, Jakob Weber. Spiritus rector war der Vorsitzende der Sportabteilung August Hofmann.

Zwei Maskenbälle und ein Lumpenball, die mehr als gut besucht waren zeugten von dem Interesse der Bevölkerung. Selbst einen närrischen Umzug am Fastnachtsdienstag mit anschließendem Kinderfest in der Turnhalle, der von Adam Tröster, Ferdinand Lohrum, Georg Ackermann und Lul Brohm in Szene gesetzt war, wurde gewagt und der Erfolg war nicht zu bestreiten. Humoristische Vorträge und Lieder, beigesteuert von den Sportlern der Abteilung, wurden in die Maskenbälle eingestreut. Dies bewährte sich nicht ganz. Aber der Anfang war gemacht.

Neue Kräfte stellten sich 1948 zur Verfügung, als es wieder die Sportabteilung des K.S.K. unternahm, die Fastnachtstage zu gestalten. Drei reine Maskenbälle und zwei große Bunte Abende mit Tanz zauberten eine Stimmung, die ihren Höhepunkt fand, als sich Adam Tröster und Lul Brohm beim zweiten Bunten Abend am Rosenmontag und beim närrischen Umzug am Fastnachtsdienstag als Prinzenpaar vorstellten. Der Aufbau der Bühne mit Thron des Prinzenpaares in der Narrhalla (Turnhalle) war dem Gönner des Beerfelder Carnevals, Herrn Bernhard Labriola (Finkenbach) zu danken, der auch fast die gesamte Bühnendekoration und die Gewänder teils zur Verfügung stellte, teils schenkte. Die Gestaltung und Einteilung wie auch die Durchführung sämtlicher Veranstaltungen, einschließlich Umzug und Kinderfest am Fastnachtsdienstag, waren nach übereinstimmenden Urteil das Beste, was in der Ober- und Unterzent geboten wurde. Der Elferrat des Jahres 1948 setzte sich wie folgt zusammen: August Hofmann als Präsident, Done Beißmann und Georg Brohm als närrische Sekretäre, ferner Heinrich Groß jr., Christoph Hartje, Eugen Ihrig, Friedel Jung, Otto Mogk, Heinz Schmale, Wilhelm Schmucker und Jakob Weber.

Schon 1948 war man sich unter den Verantwortlichen einig, eine carnevalistische Vereinigung zu gründen. Die bevorstehende Währungsreform, Turnhallenfrage und die Frage, ob selbständiger Verein oder unter Dachorganisation des Kultur- und Sportkartells ließen den Wunsch, nicht sofort nach Fastnacht, wie es geplant war, Wirklichkeit werden. Auch der 11.11. war schon vorbei, als sich endlich kurz vor Weihnachten im kleinen Rahmen mit Adam Tröster, August Hofmann, Otto Mogk, Heinz Schmale, Hans Beßler, Georg Brohm und Done Beißmann am 11.12.1948 in der kleinen Narrhalla (Schmucker) zur Gründungsversammlung der CARNEVAL GESELLSCHAFT BEERFELDEN.

Anwesend waren: Done Beißmann, Hans Beßler, Heinrich Groß jr., Christoph Hartje, August Hofmann, Eugen Ihrig, Gottlieb Ihrig, Georg Brohm, Friedel Jung, Otto Mogk, Fritz Scheuermann, Heinz Schmale, Wilhelm Schmucker, Adam Tröster, Alfred Veith, Jakob Weber

Es herrschte volle Übereinstimmung, eine carnevalistische Vereinigung ins Leben zu rufen. Lebhafte Aussprache löste die primäre Frage aus: entweder als selbständiger Verein oder als selbständige Abteilung im Kultur- und Sportkartell Beerfelden. Die vorgenommene Abstimmung ergab mit 14 Stimmen eine klare Mehrheit für eine selbständige Abteilung im K.S.K.

Einstimmigkeit bei allen anwesenden Gründern herrschte darüber, dass die Vereinigung den Namen "Carneval Gesellschaft" Beerfelden tragen und der Vorstand aus fünf Personen und zwar aus dem 1. Vorsitzenden, dem 2. Vorsitzenden, dem Schriftführer, dem Kassierer und einem Beirat bestehen soll.

Durch Zettelwahl wurden in geheimer Abstimmung gewählt:

1. Vorsitzender: Adam Tröster

2. Vorsitzender: Otto Mogk

Beirat: Georg Brohm

Für den Posten des Schriftführers wurde Done Beißmann und des Kassierers Heinz Schmale allein vorgeschlagen und beide durch Zuruf - bei je einer Stimme Enthaltung - einstimmig gewählt.

Mit der Ausarbeitung der Statuten, die die Grundlage für das Gesellschaftsleben bildeten, wurde Schriftführer Beißmann beauftragt. Gleichzeitig wurde nach dieser konstituierenden Versammlung eine Hauptversammlung vom Vorstand für den 18.Dezember 1948 einberufen, die die Annahme der Satzung beschlossen hat.

Die Prinzenpaare der CGB waren:

1948 und 1949: Adam Tröster und Lul Brohm

1950: Adam Tröster und Käthi Bechtold

1951: Adam Tröster und Gisela Maul

1952: Prinz Gottlieb I. von Bieronesien und Prinzessin Marianne I. von Holzonesien (Dr. Gottlieb Schmucker und Marianne Weber)

1953: Prinz Konrad I. von Heizonesien und Prinzessin Herta I. von Blumenau ( Konrad Weis und Herta Berger)

1954: Prinz Georg I. von Optikum und Prinzessin Hannele I. aus dem Geschlecht der Fischer zu Mümling (Georg Dörr und Hanna Fischer)

1955: Prinz Klaus I. von Elektronien und Prinzessin Irmgard I. von Speditionien (Klaus Willenbücher und Irmgard Schmidt)

1961: Prinz Georg II. von Metallonien und Prinzessin Hannelore I. aus dem Geschlecht derer von Jakobskirschen (Georg Müller und Hannelore Kirsch)

1981: Prinz Gerd I. von Bankonesien aus dem Geschlecht der Rotbärtigen und Prinzessin Karin I. von Kulinarien aus dem Geschlecht der Wagenbauer ( Gerd Scheuermann und Karin Lang)

1986: Prinz Roland I. Freiherr von Tanzbein und Narretanien und Prinzessin Regina I. von Zeremonien aus der Rue de la Guck (Roland Scholz und Regina Pyka)

1992: Zar Peter I. vom Hohen First aus der Ziegelbranche und Prinzessin Hiltrud I. vom Hinterbachtal aus dem Geschlecht der Großbrandlöscher (Ehepaar Kwiatkista)

1999: Prinz Günter I. von der Lücke aus dem Geschlecht der Stromer und Prinzessin Margrit I. mit dem goldigen Humor ( Günter Vay und Margrit Fichtel)

2000: Prinz "Fips" Oliver I. mit dem ewigen Lächeln aus dem Geschlecht der Futtermittelhändler und Prinzessin Michaela I. von den Linden aus dem Geschlecht der Drillinge (Ehepaar Rexroth)

2001: Prinz Volker I. , Fänger der Schatten, aus dem Geschlecht der Fleisch- und Wurstdynastie und Prinzessin Birgit I. vom Lenz und aus dem Geschlecht von Zahn (Ehepaar Grohmann)

2002: Prinz Markus I. unter den Linden aus dem Geschlecht der Milchkutscher und Prinzessin Regina II. voller Sonnenschein aus dem Geschlecht der Schneidersleut (Markus Krämer und Regina Georg)

2003: Prinz Markus I. unter den Linden aus dem Geschlecht der Milchkutscher und Prinzessin Heike I. die goldige Odenwälderin aus dem Reich der Unterwasserwelt (Markus Krämer und Heike Schäffler)

2006: Prinzessin Heidi I. vom Kircheneck, Herrin über Bella und Kim, aus dem Geschlecht eines Gammelsbacher und Hofmannstropfen. Prinz Rolf I., närrischer Figaro von und zu Schnipp und Schnapp aus dem Geschlecht der Bemmels. Im bürgerlichen Leben schlicht Heidi und Rolf Lang

2008: Ihre Lieblichkeit Nadine I. von den hohen Birken aus dem Geschlecht der immer fröhlichen weißen Engel. Seine Tollität Timo I. von den hohen Birken aus dem Geschlecht der ewig heiteren Brandlöscher und Salzstreuer (Nadine und Timo Bauer)

Für ihre Verdienste um die Beerfelder Fastnacht erhielten folgende Damen und Herren die Ehrenmütze der CGB:

Adam Tröster Max Schweitzer Alfred Tröster
Done Beißmann Georg Hofmann Karl-Heinz Hemberger
Georg Brohm Fritz Schütz Heinz Link
Eugen Ihrig Hermann Eifert Richard Escher
Johann Bessler Marianne Ulrich Heinrich Veit
August Hofmann Gertrud Johe Wolfgang Fink
Dr. Gottlieb Schmucker Friedel Escher Uwe Billick
Klaus Skarsig Helmut Weimeier Günter Brust
Klaus Löbe Gerd Scheuermann Ralf Baumgärtner
Manfred Gerbig Jürgen Bondes Hans Gräber
Dennis Hemberger Robin Hemberger

Eine besondere Ehre wurde 1959 Adam Tröster zuteil; er erhielt von der CGB den Bajazz in Silber verliehen. Für Verdienste um den Verein wurden folgende Ehrungen ausgesprochen: Georg Hofmann wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt, Hermann Eifert, Max Schweitzer und Wolfgang Fink zu Ehrenmitgliedern und Dr.Gottlieb Schmucker zum Ehrenpräsidenten.

Georg Hofmann, Hermann Eifert und Max Schweitzer wurden 1984 mit dem goldenen Orden der Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval (IGMK) ausgezeichnet. Auch Karl-Heinz Hemberger erhielt 1998 den goldenen Orden der IGMK. Wolfgang Fink und Alfred Tröster wurde 2001 der silberne Orden der IGMK verliehen. Im Jahre 2004 erhielt Karl-Heinz Hemberger anläßlich seines Rücktritts als Sitzungspräsident aus den Händen von Manfred Kreis (Seligenstadt) den Verdienstorden in Gold des Bund Deutscher Karneval.

Der 2008 neu kreierte Ehrenorden der Carneval Gesellschaft Beerfelden, den man nach langjährigen, besonderen Verdiensten um die CGB erhält, wurde seitdem folgenden Personen verliehen:

Rosel Geiss Beate Hemberger Ulla Hofmann
Alexander Fink Matthias Fink Regina Georg
Andreas Schmucker Heinz Olt Rolf Lang
Gerhard Hartmann Heike Johe Markus Müller
Achim Lenz Gaby Rexroth

Dennis Hemberger

Dr. Raimund Keysser Fabienne Schäffler Nadja Lautenschläger
Heide Gräber Lothar Helm Robin Hemberger
Karl-Heinz Bessler
Diana Weil-Zimmermann


Gründungsmitglied Adam Tröster war seit Gründung des Vereins 1948 bis 1962 ( ausgenommen 1952 Wilhelm Bechtold) 1.Vorsitzender. Von 1963 bis 1990 lag die Vereinsführung in Händen von Georg Hofmann; in den Jahren 1991 und 1992 war Wolfgang Fink 1. Vorsitzender und seit 1993 ist es Karl-Heinz Hemberger.

Als Sitzungspräsidenten fungierten seit 1948:

1948 und 1949 August Hofmann

1950 und 1951 Done Beißmann

1952 bis 1956 Georg Brohm

1957 und 1958 Karl Hofmann

1959 bis 1972 Dr. Gottlieb Schmucker

1973 und 1974 Georg Müller

1975 bis 1978 Dr. Gottlieb Schmucker

1979 bis 2003 Karl-Heinz Hemberger

2004 bis 2012 Tobias Lang

ab 2004 Robin Hemberger

Besonders zu erwähnen ist hier noch eine Frau der ersten Stunde: Lul Brohm. Sie war es, die als Prinzessin, als Schneiderin, als Büttenrednerin, als Tanzlehrerin - quasi als Mädchen für alles - dem Verein jahrelang zur Verfügung stand. 1971 entstand unter der Präsidentin Friedel Escher ein Damenelferrat, der sehr zu gefallen wußte und viele Jahre das Programm der Sitzungen mit neuen Einfällen bereicherte.

1999 hieß es Abschied nehmen von der alten Narrhalla. Ein Umbau in großem Umfang wurde begonnen.

Da aber auch 2000 Fastnacht gefeiert werden sollte, überlegte man, welche Räumlichkeiten dazu genutzt werden könnten. So kam es zu einer sensationellen Zeltfastnacht in der Stried. Das 800 Personen fassende Zelt wurde vor der Oberzenthalle aufgebaut und durch einen "Tunnel" mit dem Eingang der Halle verbunden. So konnte man die Umkleidekabinen dort nutzen. Es wurde eine unvergessliche Fastnacht. Am Bunten Abend schlug die Stimmung hohe Wellen, obwohl sich mancher noch heute and die kalten Füsse erinnert.

2001 stand man wieder vor dem Problem der Räumlichkeiten, da sich der Umbau der Halle doch länger hinzog. Da Auf- und Abbau des Zeltes doch sehr aufwändig waren, entschied man sich, nun doch die Oberzenthalle in der Stried zur Narrhalla zu machen. Auch hier fand nur ein Bunter Abend statt, da auch fast 700 Sitzplätze zur Verfügung standen.

Die Freude war groß, als Anfang Januar 2002 die "neue alte Turnhalle" eingeweiht wurde. Im Rahmen der Einweihung wurde das Prinzenpaar 2002 vorgestellt. So konnte die Fastnacht mit erstmalig 3 Bunten Abenden wieder in der neu renovierten "alten" Narrhalla stattfinden.

Im Jahre 2002 fand erstmals mit 52 Personen ein 3-Tages-Ausflug nach Beervelde/Belgien mit Fußballländerspiel statt.

Im Jahre 2004 besuchten uns unsere belgischen Freunde dann in Beerfelden. Auch in diesem Fußballländerspiel unterlagen die Närrischen Bomber leider knapp. Erstmals siegreich waren die närrischen Kicker im Jahre 2006, als die CGB abermals einen Vereinsausflug ins schöne Beervelde in Belgien unternahm.

Alle Aktiven, die hier nicht namentlich erwähnt sind, die seit Jahren den Verein unterstützen und ihm die Treue halten, die mit ihrer Arbeit zum Gelingen der Veranstaltungen beitragen - sie alle sind unvergessen und dürfen voll Stolz auf ihre geleistete Arbeit zurückblicken.